Holz lackieren: Anleitung, Klarlack-Wahl & 5 Profi-Fehler

4 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert: Halit Uzun
Holz lackieren mit Pinsel Eiche Esche mit Lack oder Öl

Eine lackierte Holzfläche ist robust, pflegeleicht und wasserfest, aber nur, wenn der Lack richtig aufgetragen wurde. Läufer, Staubeinschlüsse und milchige Stellen sind fast immer Folge von Fehlern bei Vorbereitung oder Timing. So lackieren wir in der Werkstatt.

Kurz gesagt

Schleife das Holz bis Körnung 180, entferne Staub vollständig und trage den Lack in zwei bis drei dünnen Schichten auf. Zwischen den Schichten nach dem Trocknen mit 240 bis 320 leicht anschleifen. Für Möbel innen ist Wasserlack (Acryl oder PU-Acryl) die beste Wahl, für stark beanspruchte Flächen 2K-Lack. Voll belastbar ist die Oberfläche nach etwa einer Woche.

Schichten2 bis 3
Zwischenschliff240 bis 320
Temperatur15 bis 25 °C
Voll belastbarca. 7 Tage

Wann ist Lack die richtige Wahl?

Lack bildet einen geschlossenen Film auf dem Holz. Er schützt zuverlässig vor Wasser, Fett und Rotwein und braucht im Alltag kaum Pflege. Dafür fühlt sich lackiertes Holz etwas kühler an, und tiefe Kratzer lassen sich nicht stellenweise ausbessern. Lack lohnt sich für Kinderzimmermöbel, Schreibtische, Regale, Türen und Tische, die viel aushalten müssen und nicht regelmäßig nachgeölt werden sollen. Ob Lack, Öl oder Wachs für dein Projekt besser passt, vergleichen wir in Holz ölen, wachsen oder lackieren? Bei unserem Esstisch Eiche massiv setzen wir auf eine geölte Oberfläche oder Hartwachsöl.

Welcher Klarlack für Holz?

Lackart Eigenschaften Ideal für
Acryl-Wasserlack geruchsarm, vergilbt kaum, schnell trocken Möbel, Regale, Kinderzimmer
PU-Acryl-Wasserlack härter und kratzfester als reiner Acryllack Tische, Schreibtische, Türen
2K-PU-Lack sehr hart, chemikalienbeständig, aufwändiger Esstische, Gastro, Waschtische
Kunstharzlack (lösemittelhaltig) robust, gut verlaufend, riecht stark, vergilbt Außen, Altbauten, überlackieren
Schellack traditionell, schöner Glanz, empfindlich antike Möbel, Restaurierung

Für Kindermöbel achte auf die Kennzeichnung speichelfest nach DIN EN 71-3. Willst du einen Tisch besonders unempfindlich machen, lies unseren Vergleich Holztisch versiegeln, dort geht es auch um 2K-Versiegelungen.

Farbig statt klar? Wenn du ein Möbel deckend lackieren oder streichen möchtest, gelten andere Regeln für Grundierung und Haftung. Das erklären wir in Möbel streichen ohne Schleifen.

Pinsel, Rolle oder Sprühgerät?

Lackpinsel

Flacher Pinsel mit Kunstborsten für Wasserlack. Gut für Kanten, Profile und kleine Flächen.

Lackierrolle

Kurzflorige Schaumstoff- oder Velourrolle für große, glatte Flächen. Danach mit dem Pinsel in Faserrichtung abziehen.

Sprühsystem

Gleichmäßigstes Ergebnis ohne Pinselspuren. Braucht Übung, Abdeckung und Atemschutz.

Zubehör

Schleifpapier 180 bis 320, Schleifvlies, Staubbindetuch, Abdeckband, Lackwanne.

Holz lackieren: Anleitung in 6 Schritten

  1. Untergrund prüfen und reinigen

    Rohes Holz muss trocken, fett- und wachsfrei sein. Alte Lackschichten entweder vollständig abschleifen oder, wenn sie intakt sind, gründlich anschleifen. Geöltes oder gewachstes Holz lässt sich nur nach kompletter Entfernung der Schicht lackieren.

  2. Schleifen

    Rohes Holz in Faserrichtung mit 120 und 180 schleifen, Kanten leicht brechen, damit der Lack dort nicht abreißt. Welche Körnung wann passt, zeigt unsere Körnungstabelle zum Holz schleifen.

  3. Entstauben

    Absaugen, dann mit einem Staubbindetuch oder leicht feuchten Tuch abwischen. Den Raum vorher feucht wischen, damit kein Staub aufwirbelt.

  4. Erste Schicht (Grundierung)

    Den Lack dünn und gleichmäßig auftragen, zuerst quer, dann in Faserrichtung abziehen. Viele Hersteller empfehlen die erste Schicht leicht verdünnt, damit sie besser ins Holz einzieht.

  5. Zwischenschliff

    Nach dem Durchtrocknen stellen sich Holzfasern auf, die Fläche fühlt sich rau an. Mit 240 bis 320 oder Schleifvlies leicht überschleifen, nicht durchschleifen. Danach wieder gründlich entstauben.

  6. Deckschichten

    Eine bis zwei weitere dünne Schichten auftragen, jeweils mit Zwischenschliff. Mehrere dünne Schichten sind haltbarer als eine dicke.

Geduld beim Aushärten: Wasserlack ist oft nach einer Stunde grifffest, aber erst nach 5 bis 7 Tagen voll belastbar. Stell in der ersten Woche keine schweren oder feuchten Gegenstände auf die Fläche und leg keine Tischdecke darüber.

Die 5 häufigsten Fehler beim Lackieren

  • 1. Zu dick aufgetragen

    Dicke Schichten laufen an senkrechten Flächen herunter und trocknen innen nicht durch. Lieber drei dünne als eine dicke Schicht.

  • 2. Zwischenschliff vergessen

    Ohne Anschliff haftet die nächste Schicht schlechter und die Fläche bleibt rau.

  • 3. Staub im Lack

    Schleifstaub oder Tierhaare im nassen Lack. Raum vorher reinigen, Fläche mit Staubbindetuch abnehmen.

  • 4. Falsche Temperatur

    Unter 10 bis 15 °C oder bei hoher Luftfeuchte trocknet Wasserlack schlecht und wird milchig. In praller Sonne entstehen Blasen.

  • 5. Lack auf Öl oder Wachs

    Auf geölten oder gewachsten Flächen haftet Lack nicht und blättert ab. Vorher vollständig abschleifen.

Lackschaden ausbessern

Kleine, oberflächliche Kratzer lassen sich mit Polierpaste mildern. Bei tieferen Schäden bleibt meist nur, die ganze Fläche anzuschleifen und neu zu lackieren, sonst sieht man Übergänge. Ist der Lack großflächig abgenutzt oder vergilbt, lohnt sich das komplette Abschleifen. Wie das bei einem Tisch geht, zeigen wir in Esstisch abschleifen.

Fertig lackiert oder geölt

Unsere Tischplatten aus Eiche erhältst du roh, geölt oder mit robuster Oberfläche, auf dein Maß gefertigt.

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Häufige Fragen

Wie viele Schichten Lack braucht Holz?

In der Regel zwei bis drei dünne Schichten. Stark beanspruchte Flächen wie Tischplatten bekommen drei Schichten mit Zwischenschliff.

Muss man zwischen den Lackschichten schleifen?

Ja. Ein leichter Zwischenschliff mit 240 bis 320 glättet aufgestellte Fasern und sorgt dafür, dass die nächste Schicht gut haftet.

Welcher Klarlack ist für Möbel am besten?

Für Möbel innen ein PU-Acryl-Wasserlack: geruchsarm, kratzfest und kaum vergilbend. Für sehr beanspruchte Tische eignet sich 2K-PU-Lack.

Wie lange muss Lack auf Holz trocknen?

Wasserlack ist meist nach 1 bis 2 Stunden überstreichbar und nach 5 bis 7 Tagen voll belastbar. Lösemittelhaltige Lacke brauchen länger.

Kann man geöltes Holz lackieren?

Nur nach vollständigem Abschleifen der geölten Schicht. Auf Öl haftet Lack nicht dauerhaft und blättert ab.

Warum wird mein Lack milchig?

Meist durch zu niedrige Temperatur, hohe Luftfeuchte oder zu dicke Schichten. Bei 15 bis 25 °C und dünnen Schichten passiert das kaum.

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Möbeltischlerei Uzun, Himbergen. Seit über 60 Jahren fertigen wir Tische, Tischplatten und Möbel aus Massivholz in eigener Werkstatt. Fragen zu deinem Projekt? Schreib uns über den Kontakt-Button.

Weitere Fragen zum Lackieren

Welcher Lack für Esstisch und Tischplatte?

Für stark beanspruchte Flächen eignet sich ein strapazierfähiger, abriebfester Klarlack, der auch Feuchtigkeit standhält.

Wie wird eine Tischplatte besonders kratzfest?

Am widerstandsfähigsten ist ein 2K-PU-Lack, für zu Hause reicht meist ein PU-Acryl-Wasserlack in drei Schichten mit Zwischenschliff. Ganz kratzfest ist keine Oberfläche, aber eine gut aufgebaute Lackschicht hält Alltag mit Geschirr und Spielzeug lange aus.

Holztisch streichen oder lackieren: was ist der Unterschied?

Beim Streichen deckt eine Farbe das Holz ab, die Maserung verschwindet. Klarlack schützt das Holz und lässt die Maserung sichtbar. Ob Streichen ohne Abschleifen klappt, steht im Beitrag Möbel streichen ohne Schleifen.

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